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Unternehmen | 18.06.2014

Brunneneinweihung zum 50-Jahr-Jubiläum

Am Rande des Dorfplatzes, wo bis vor Kurzem ein kleiner, in die Jahre gekommener Brunnen vor sich hin plätscherte, steht nun ein imposanter Ersatz. Da auch noch gleich die Umgebung erneuert wurde, ist in Dallenwil ein Platz der Begegnung entstanden, der zum Verweilen einlädt. Auf dem Trog eingemeis-selt steht der Spruch der Schwarzkünstler «Gott grüss’ die Kunst». Denn gleich daneben befindet sich die Druckerei Odermatt AG, welche seit ihrem Bestehen zum Gautschen (siehe Kasten) mühsam ein Becken mit Wasser füllen musste. Dank der Idee, zum 50-jährigen Bestehen der Druckerei dem Dorf einen Brunnen zu schenken, der auch zum Gautschen taugt und der positiven Rückmeldung der Gemeinde, welche einer Kostenbeteiligung zustimmte und somit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen beitrug, konnte das Projekt realisiert werden. Am letzten Freitag wurde mit dem Gautschen zweier Lehrlinge, der Brunnen feierlich der Bevölkerung übergeben.

Vom Keller zu den schönsten Schweizer Büchern
Als Edwin Odermatt 1964 im Keller des Elternhauses mit dem Drucken begann, war das die Grundsteinlegung für eine Druckerei, die heute dank ihrer hervorragenden Produkte weit über die Landesgrenzen bekannt ist. Nicht weniger als 53 der in der Druckerei Odermatt produzierten Bücher wurden bisher als «schönste Schweizer Bücher» ausgezeichnet. Heute zählt die Druckerei um die 50 Mitarbeiter und hat bereits 41 Lehrlinge ausgebildet. Gerold und David Odermatt führen seit 2004 in zweiter Generation das Geschäft erfolgreich weiter. Mit Erich Keiser und Adrian Scherer sind darüber hinaus zwei langjährige Mitarbeiter an der Firma beteiligt. Eine wichtige Säule ist auch heute noch der «Nidwaldner Blitz». Er macht noch immer etwa 20 Prozent des Umsatzes aus und konnte im letzten Jahr bereits sein 40-jähriges Erscheinen feiern.

Aus diversen Berufen werden drei
Die starke Wandlung im Druckgewerbe bedingt ein sich stetiges Anpassen an neue Begebenheiten. Waren früher viele Berufe am Produktionsprozess eines Druckerzeugnisses beteiligt, sind es heute noch deren drei. Doch die Druckerei Odermatt AG ist für die Zukunft gerüstet und die acht sich noch in der Ausbildung befindenden Lehrlinge dürfen sich auf das Gautschen im neuen Dorfbrunnen freuen.  
Guido Infanger

 

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Gautschen

Mit dem Gautschen wird ein alter, bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdruckerbrauch bezeichnet, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie auf einen nassen Schwamm gesetzt wird und danach im Wasser untergetaucht wird. Der Begriff «gautschen» bezeichnet den ersten Entwässerungsschritt nach dem Schöpfen des Papiers, das Ablegen des frisch geschöpften Papierbogens vom Sieb auf eine Filzunterlage.

Anlässlich der Einweihung des neuen Brunnens wurden gleich zwei Lehrlinge dieser Zeremonie unterzogen. Mit Marco Durrer (Drucktechnologe) und Rico Gabriel (Polygraf) wurden zwei junge Berufsleute in die Reihen der Jünger Gutenbergs aufgenommen.

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